„We got the first prize“

Mit diesen Worten meldete sich heute eine kleine Gruppe koreanischer Studierenden, die uns neulich besucht und interviewt hatten. Sie gehören zum Global Challenger Student Research Team der Kwangwoon Universität in Süd-Korea und erstellten im Rahmen eines Studienprojektes ein paar Fallstudien gemeinschaftlichen Wohnens in Deutschland. Ihr Hauptinteresse galt dabei unserem „little CoHousing“, weil sich auch die koreanische Gesellschaft mit Fragen auseinandersetzt, wie das Wohnen in einer alternden Gesellschaft eventuell besser organisiert werden kann.

Obwohl wir den freundlichen Damen berichtet hatten, dass wir unser Konzept keineswegs für massenhaft kopierbar halten, haben sie mit ihrer Arbeit offenbar einen Preis gewonnen. Vielleicht gerade weil sie unsere differenzierte, wohnpolitisch kritische Sicht der Dinge gut wiedergegeben haben. Mangels Koreanischkenntnissen können wir das aus ihrem Bericht leider nicht herauslesen. Jedenfalls: Herzliche Gratulation!

Screenshot aus dem Abschlussbericht des Global Challenger Student Research Team

„Ziemlich beste Freunde“ im DLF

Am 28. November vertrat Wunschnachbar Peter Heinzke das Kölner Netzwerk gemeinschaftliches Bauen und Wohnen (gBuW) in einer Sendung des Deutschlandfunks unter dem Titel „Ziemlich beste Freunde – gemeinschaftliche Wohnkonzepte“. Mit dabei war Almut Skriver von der Kölner MitStadtZentrale (MSZ), mit der wir seit langem freundschaftlich verbunden sind, sowie Romy Reimer (FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V.) und Alexander Grünenwald (Wohnberatung Karlsruhe).

In den kurzweiligen 80 Minuten diskutierte Moderatorin Sandra Pfister mit den verschiedenen Gesprächspartner*inne welche gemeinschaftlichen Wohnformen es gibt, für wen sie in Frage kommen (und für wen nicht). Wie und wann plant man ein Wohnprojekt? Sind Wohnprojekte nur etwas für Besserverdienende? Mehr darüber – auch eine Sammlung von interessanten Links mit weiterführenden Informationen – gibt es unter https://mitstadtzentrale.de/mitstadtzentrale-im-deutschlandfunk#

Sandra, Almut (MSZ) und Peter (Netzwerk gBuW) im DLF-Studio © DLF?!

5 Jahre Repair-Café auf Clouth

Seit 5 Jahren wuselt es nun schon an jedem letzten Freitag im Monat bei den Wunschnachbarn. Bei schönem Wetter sitzen die Wartenden geduldig in der verkehrsberuhigten Gasse und auf der Gemeinschaftsterrasse, im Winter drängt man sich im Gemeinschaftsraum.

Ein bisschen wie beim Tierarzt hat jede/r den Patienten auf dem Schoß oder neben sich: den Toaster, die Kaffee- oder Nähmaschine, manchmal einen geliebten Pullover mit verschlissenem Bündchen, und auch Fahrräder mit kleinen Macken. Man wird versorgt mit Kaffee und Kuchen, und es wird munter geplaudert, mit neuen und alten Bekannten. Wenn alles gut läuft, kann jemand aus dem insgesamt fast 20-köpfigen Reparaturteam helfen, und die „Kund*innen“ gehen zufrieden nach Hause.

Das 5-jährige Jubiläum feierten Reparateur*innen und Kundschaft mit Sekt und – natürlich – Kaffee und Kuchen.

Prosit – Auf die nächsten 5 Jahre! (Hier ein Teil des Reparariernden-Teams, der Rest steht hinter der Kamera)

Dabei stellte Chefstatistiker Dieter auch eine beachtliche Bilanz vor: 38 Mal fand das Cafééstatt, im Lauf der Jahre kam immer mehr Kundschaft, bis zu 30 pro Termin. Insgesamt wurden stolze 705 Reparaturen durchgeführt, 60% davon erfolgreich. Gut für die Umwelt, gut für die Besitzenden der wiederhergestellter Gerätschaften und gut für den nachbarschaftlichen Zusammenhalt.

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Rut un Wieß …

… das ist die kölner Farbkombination und beschreibt das Aussehen der am meisten getrunkenen Weinsorten; und nachdem dieses Getränk in Köln angeblich gerade große Aufmerksamkeit erfährt, hat die Stadtrevue diesem Thema seine aktuelle Ausgabe gewidmet. Darin geht es überwiegend um den zivilisierten Konsum von möglichst naturbelassenem Wein – aber auch ein bisschen um dessen Produktion direkt in Köln. Unter anderem an unserer Fassade. Aber lest selbst …

Foto einer aufgeschlagenen Zeitschrift. Darauf sieht man ein Gebäude, an der eine Leiter lehnt, auf der jemand weit oben sich um eine Weinpflanze kümmert.

Unser Haus in der Stadtrevue

Nachtragend …

… sind wir eigentlich nicht. Aber jetzt, da wir Fotos von Thomas Schäkel bekommen haben, ist ein Nachtrag zum neulichen Blogeintrag über die Weinlese doch sehr angebracht. Thomas hat die Lese unseres Fassadenweins im Auftrag der Kölner Stadtrevue fotografisch festgehalten, denn deren Oktober-Ausgabe ist dem Thema „Wein-Boom in Köln“ gewidmet. Überwiegend geht es dabei um die Konsumierung von Wein – aber eben auch um die vor Ort Produktion.

Letzteres war vor ein paar Hundert Jahren mal ziemlich en vogue; während milderen Klimaphasen. In den letzten Jahren ist das Klima erneut weinfreundlicher geworden; eine zweifelhafte Freude. Mittlerweile muss man leider schon darüber nachdenken, ob die Rebsorten, die vor 15 Jahren hier noch als ideal angesehen wurden, bald schon wieder ausgedient haben, weil es zu warm wird. Ironischerweise war ein wichtiger Grund für unsere Fassadenbegrünung deren Beitrag zur Kühlung.

Gabe und Weitergabe

Neulich war es wieder so weit: Der Frühherbst schenkt uns eine köstliche Gabe in Form von Trauben von unseren Fassadenweinen. Wir hegen je einen Stock der Sorten Phönix, New York Muskat, Juliana, Cabernet Cortis, Solaris, Johanniter und – an der Müllpergola: Rhea. Die ca. 24 kg der beiden weißen Sorten 5 und 6 dieser Aufzählung haben wir dieses Jahr gemeinsam mit Thomas Eichert – selbsternannter Stadtwinzer Kölns – gekeltert. In dessen Keller lagert nun der gute Tropfen und wird hoffentlich zu einem noch besseren Tropfen. Sobald die erste Flasche entkorkt wird, wird das hier vermeldet.

Besonders ertragreich war auch dieses Jahr die Sorte Juliana, eine Tafeltraube, die laut Beschreibung „starkwüchsig“ ist. Wildwüchsig wäre eine treffendere Beschreibung – ein fast unzähmbares Gewächs. Soviel zum Thema Weitergabe … unserer Erfahrung: Juliana eignet sich fabelhaft zur schnellen Berankung einer Fassade. Allerdings führen ihre langen Ranken aber zu einer nicht sonderlich dichten Wandbedeckung und (auch das sei nicht verheimlicht) ihre Trauben schmecken gut, aber nicht so interessant und köstlich wie etwa die New York Muskat. Das ist aber nicht der Grund, warum wir das Prinzip „Weitergabe“ auch mit Julianatrauben an unsere Nachbar*innen praktizieren.

Das beeindruckende Ergebnis der Juliana-Weinlese

Das beeindruckende Ergebnis der Juliana-Weinlese

Das verflixte siebe Jahr – Das Lied zur Feier

Und hier noch der Text eines Liedchens, das wir bei unserer neulichen Feier mit Inbrunst gesungen haben:

Manchmal geh ich auf dem Stahlseil ohne Blick
Manchmal wünsch ich mir Köln-Klettenberg zurück
Manchmal fällt mir keine Lösung ein
Manchmal will ich nur noch Veto schrein.

Manchmal finde ich Beschlüsse blöd
Manchmal ist das Haus so leer und öd.
Manchmal seh ich keinen Unterschied
Und dann such ich Trost in diesem Lied:

Über sieben Tücken musst du gehen.
Sieben Wasserschäden überstehn.
Siebenmal muss es so stürmisch sein,
damit tausendmal die Sonne scheint.

Manchmal krieg ich Post vom Bubu- Amazon,
Manchmal ist der Name Wunschversammlung Hohn
Manchmal fehlt beim Konsensieren die Geduld.
Manchmal haben alle andren Schuld.

Manchmal will ich alles ganz für mich allein.
Manchmal macht es Spaß ein Schwein zu sein.
Manchmal will ich, dass mich niemand sieht
Doch dann denke ich an unser Lied !!!

Über sieben Tücken musst du gehen.
Sieben Wasserschäden überstehn.
Siebenmal muss es so stürmisch sein,
damit tausendmal die Sonne scheint.

Meistens bin ich stolz (ein) Wunschnachbar(in) zu sein,
Meistens fällt uns eine gute Lösung ein.
Meistens eilt die Hilfe schnell herbei…
Ob Tomate, Möhre oder Ei

Meist ergänzen wir uns einfach gut
Meistens macht uns die Gemeinschaft Mut.
Meistens fühlen wir den Unterschied
Darum singen wir heut dieses Lied:

Über sieben Tücken musst du gehen.
Sieben Wasserschäden überstehn.
Siebenmal muss es so stürmisch sein,
damit tausendmal die Sonne scheint.

Das verflixte siebte Jahr …

… haben wir jetzt schon hinter uns – jedenfalls in der Wohnphase. Zusammen geplant haben wir natürlich deutlich länger. Aus Anlass dieses siebten Jubiläums haben wir uns gestern miteinander und mit einigen Gästen zusammengesetzt und ein wenig gefeiert und noch ein bisschen weniger reflektiert.

Arme von 12 Menschen, jeweils mit einem Sektglas in der Hand, reichen von außen sternförmig nach innen zum Anstoßen

Anstoßen auf die nächsten 7+ Jahre

Sogar eine kleine Rede gab es, in der betont wurde, dass wir eher nicht das schalkafte Bullerbü 2.0 Ideal erreichen, das uns schon mal zugeschrieben wurde, weil es natürlich auch bei uns Meinungsverschiedenheiten gibt und auch mal gestritten wird. Wir sind also gar nicht so anders als viele normale gute Nachbarschaften; vielleicht mit dem Unterschied, dass wir uns noch streiten und uns nicht einfach aus dem Weg gehen, wenn mal was nicht passt.

Ca. 30 Personen sitzen bzw. stehen im Kreis bei sonnigem Wetter in einem attraktiven Garten

Ein Teil der Wunschnachbarn und unserer Jubiläumsgäste

Wie dem auch sei: Schön wars! Und bestimmt wirds auch weiterhin schön.

Bild eines Gartens in der Abend-Dämmerung von schräg oben. Man erkennt einige Menschen um Tische sitzend. An verschiedenen Stellen leuchen Lichterketten.

Zu fortgeschrittener Stunde im illuminierten Garten

Höchste Zeit …

… für einen neuen Blog-Post. Die letzten Monate waren zwar nicht wirklich ereignislos – es war eher so, dass man vor lauter Ereignissen nicht dazu kam, einen neuen Beitrag zu erstellen; oder man war dann doch im Urlaub. Und als man zurückkam, fand man diesen schönen Anblick vor, den man teilweise fleißigen Gießnachbarn und teilweise dem nicht extrem trockenen Sommer zu verdanken hat.

Grüne Loggien

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