Was die Welt im innersten zusammehält

Dieses Faust-Zitat ist zwar etwas hoch gegriffen, aber doch nicht ganz unpassend für die Suche, auf die wir uns am vergangenen Wochenende machen wollten: Was ist es eigentlich, was uns als Wunschnachbarn ausmacht? Vor allem: Was uns von einer nullachtfünfzehn-WEG unterscheidet? Unter anderem zu diesem Zweck machten wir uns zu einem Gruppenhaus an den Rursee auf.

Dass der erste Abend dann ohne Antwort auf diese Fragen verlief, war nicht weiter schlimm. Und am Samstagmorgen war es dann doch wichtiger, erst mal Gelegenheit zu bieten, die Aufmerksamkeit über den normalen Alltagswahnsinn zu erheben, um sich zuzuhören wie es allen denn gerade geht – persönlich, mit der Hausgemeinschaft, in dieser durchgeknallten Welt.

Am Samstagnachmittag musste dringend spaziert werden; klar, damit der leckere Kuchen verdaut wird. Und dann gings erst mal an die Klärung von wichtigen Detailfragen, etwa zur (Re-) finanzierung des Gästezimmers oder zum Prozedere im Falle eines Wohnungsverkaufs. Und auch am Sonntagvormittag tauchten wichtige Themen auf, die die Faust’sche Frage nicht beantworteten.

Aber vielleicht haben wir uns mit all dem trotzdem schon eine Teilantwort gegeben, denn kaum eine nullachtfünfzehn-WEG wird sich für solche Fragen Zeit nehmen. Oder?

Die Wunschnachbarn auf Antwortsuche

Die Wunschnachbarn auf Antwortsuche

Kommt ein Wunschnachbar geflogen …

… oder zwei oder drei. Drei nigelnagelneue Vogelhäuschen / Nistkästen warten auf Bewohner*innen; seien es Blau-, Tannen-, Hauben-, Sumpf-, Weiden- oder Kohlmeisen, Kleiber, Trauerschnäpper, Haus- oder Feldsperlinge oder Stare. Die Behausungen stehen ab sofort zum Einzug bereit. Spätestens im Frühjahr stellen wir die neuen Wunschnachbar*innen vor.

Einfamilienhäuschen am Mehrfamilienhaus

Einfamilienhäuschen am Mehrfamilienhaus

Wer die Häuschen nachbauen möchte findet verschiedene Bauanleitungen auf der NABU Website.

Schreck lass nach!

So idyllisch die propagandistischen Einträge auf unserem Blog auch manchmal erscheinen mögen – auch um unser Haus macht der Schreck keinen Bogen. Neulich suchte er uns in Form einer Rocky-Schrecken Bilder Show heim; und das obwohl Karneval noch gar nicht in Sicht ist. Furchtbar!

Der Rocky Schreck bei den Wunschnachbarn

Der Rocky Schreck bei den Wunschnachbarn

Unser(e) Eigenheim(e)

Mein Eigenheim“ ist eine Zeitschrift, die der J. Fink Verlag im Auftrag der Wüstenrot-Bausparkasse AG produziert – so vermuten wir jedenfalls. Auf solche Firmenverflechtungen haben wir uns nicht konzentriert beim sehr angenehmen Gespräch mit einer Redakteurin und Fotografin, die uns neulich besucht haben. Sie möchten einen Artikel über die Wunschnachbarn schreiben, der bei der vermutlich eher bürgerliche eingestellten Leserschaft der Zeitschrift Appetit weckt, Wohnen mal neu(er) zu denken.

Ja, wir haben zwar die WEG als „Rechtsform der Erschöpfung“ (Zitat unserer Rechtsberaterin) gewählt und haben alle unser bourgeoises Eigenheim, aber innerhalb dieses Konstruktes haben wir durchaus versucht, ein großzügiges Maß an Gemesinschaftlichkeit unterzubringen; sowohl baulich als auch sozial. Vielleicht macht der Artikel auch anderen Leuten Lust, etwas ähnliches anzustreben.

Einige Wunschnachbarn mit den Besucherinnen von "Mein Eigenheim"

Einige Wunschnachbarn mit den Besucherinnen von „Mein Eigenheim“

Die Guerillabohne

Guerillabohne (fem.), botanisch Phaseolus indepedentis, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Phaseolus in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Ihr Vorkommen ist in Deutschland extrem selten, da ihr natürliches Habitat – öffentliche Straßenflächen, auf denen vormals oft illegal geparkt wurde – sehr klein ist. Durch behustame landschaftspflegerische Eingriffe lässt sich der Lebensraum der Guerillabohne jedoch relativ einfach erweitern. Bewährt haben sich dafür schlichte Pflanzkübel, die anfänglich ohne, später jedoch mit offizieller Duldung eines städtischen Ordnungsamtes im Straßenraum platziert werden. Die Anfangsphase dieses Entwicklungsporzesses erklärt den Namen dieser außerordentlich wohlschmeckenden Bohne.

Guerillabohnen vor dem Haus der Wunschnachbarn

Guerillabohnen vor dem Haus der Wunschnachbarn

So lecker ist Völkerverständigung

Einige Wunschnachbarn und einige Nachbarn der Wunschnachbarn sind Mitglieder bei der internationalen Friedensorganisation SERVAS. Direkt nach dem zweiten Weltkrieg gegründet, will SERVAS durch gegenseitige Besuche – weltweit – zu Frieden und Völkerverständigung beitragen.

Unter diesem erfreulichen Vorzeichen besuchte uns neulich eine Delegation von Taiwanesinnen. Der Besuch sollte zu einem besseren Verständnis der äußerst komplizierten geopolitischen Situation in Taiwan beitragen und war natürlich auch Zeichen der Solidarität mit diesem demokratischen Land. Mehr dazu in einer spannenden ARTE Doku.

Ein solcher Austausch könnte kaum angenehmer sein als beim gemeinsamen Essen. Dazu bereiteten unsere Gäste ein Feuerwerk aus unglaublich vielfältigen und leckeren Speisen, das auf der eng bestuhlten Gemeinschaftserrasse in 10 taiwanesische, je einen peruanischen, israelischen, schweizerischen und 10 deutsche Mägen wanderte. Denn natürlich zog dieses Treffen auch andere SERVAS Mitglieder aus Köln an.

Vor der Kochaktion gab es Hausbesichtigungen in der Nachbarschaft und bei uns und unsere Gäste waren begeistert von den Möglichkeiten des Zusammenlebens in Baugemeinschaften. Das war der dritte Besuch aus weit entfernten Ländern, wie Australien oder Süd-Korea.

Wer mehr über SERVAS erfahren möchte, wende sich gerne an uns.

Kulinarische Völkerverständigung

Kulinarische Völkerverständigung

Besuch von der WDR Lokalzeit

Neulich hatten wir mal wieder Besuch von einem Kamerateam; diesmal von der WDR Lokalzeit, die einen kurzen Beitrag über den neunten Kölner Wohnprojektag drehten. Die Story drehte sich um die relativ neue „MitStadtZentrale„, die Gruppen berät, die an gemeinschaftlichem (Bauen und) Wohnen interessiert sind. Dabei sollte gezeigt werden, wie es sich in der Praxis eines solchen Wohnprojektes bereits lebt.

Screenshot aus der WDR-Lokalzeit vor unserem Haus

Screenshot aus der WDR-Lokalzeit vor unserem Haus

Der Beitrag ist in der WDR Mediathek online anzusehen. Start des Themenblocks ab Minute 4:00.

Eine Weihnachtsgeschichte im Juni

Neben den üblichen Toastern, Heckenscheren und Nähmschinen gelang es den findigen Reparateuren des letzten Repair Cafés, auch 50 Jahre alte Kinderheitserinnerungen zu retten. Weit vorausschauend hatte eine Dame jetzt im Frühsommer eine Weihnachtskugel aus Kunststoff mitgebracht, in der die Figürchen den Halt verloren hatten. Durch einen minimalinvasiven Eingriff konnten Kind und Teddy wieder aufgerichtet und verankert werden. So trägt das Repair Café nicht nur zur Vermeidung von Abfall und Neukonsum bei, sondern hilft auch, schöne Erinnerungen (und den zugehörigen Familienfrieden) weiterleben zu lassen.

Die reparierte Weihnachtskugel

Die reparierte Weihnachtskugel